Interview mit Tadayoshi Yamamuro & Norihiro Hayashida aus Barcelona

Im Rahmen der XXI Salón del Manga de Barcelona, die von 29. Oktober 2015 bis 1. November 2015 in Barcelona stattfand, führte AnimeNewsNetwork.com ein Interview mit dem Fukkatsu no "F"-Regisseur und Dragon Ball Super-Character-Designer Tadayoshi Yamamuro und dem Produzenten Norihiro Hayashida von Toei Animation.

Beginnen wir mit dem Ursprung der neuen Dragon Ball-Welle. Sind Sie mit den Reaktionen auf Dragon Ball Kai zufrieden?
Norihiro Hayashida: Absolut. Kai wirkte sich unglaublich positiv auf das Franchise aus, da es uns einen großartigen Startpunkt für jede folgende neue Dragon Ball-Produktion lieferte. Als Dragon Ball Kai seinen Gipfel erreicht hatte, wurde Fukkatsu no "F" angekündigt, und die Zuschauerzahlen von Kai stiegen sogar noch weiter. Also war der neue Kinofilm auch für Kais Erfolg hilfreich.

Während dem ersten Abschnitt von Kai, bis zu Cells Niederlage, wurden viele neu-gezeichnete Einstellungen mit neuen visuellen Effekten eingesetzt. Dieser Aufwand verschwindet gegen Ende der Serie, während der Buu-Saga, zugunsten einer HD-Restoration der Animation der originalen Serie.
Hayashida: Vor zehn Jahren verbot die japanische Regierung manche Produktionsmethoden für Animationen, die für die Augen schädlich sein können. Es gab eine Technik, die den Wechsel zwischen schwarzen und weißen Farbwerten einsetzte, um Bewegung zu Standbildern hinzuzufügen. Diese Technik ist jetzt verboten, aber sie wurde häufig im ersten Abschnitt der originalen Dragon Ball Z-Serie eingesetzt.

Also nahmen die Animatoren das originale Bildmaterial und erneuerten jede Einstellung, die wegen dieser Situation nicht benutzt werden konnte. Ich denke, dass manche dieser Einstellungen ohnehin überhaupt nicht passten. Deswegen gibt es im ersten Abschnitt von Dragon Ball Kai so manche neu-gezeichnete Szene.

Ich persönlich bevorzuge die zweite Staffel, da sie mehr von der originalen Serie bewahrt. Mir gefällt aber auch die Kombination aus digitaler und Cel-Animation nicht so wirklich, sie sind für mich einfach zu gegensätzlich.

Wieso haben Sie entschieden, Freeza in Dragon Ball Z: Fukkatsu no "F" wieder zum Leben zu erwecken?
Tadayoshi Yamamuro:
Diese Idee stammt von Akira Toriyama. Er war auf einem Konzert der japanischen Gruppe Maximum The Hormone auf dem sie den Song 'F', der nur von Freeza handelt, spielte. Da kam er auf die Idee Freeza im neuen Kinofilm wiederzubeleben. Natürlich ist dieser Song auch in dem Film zu hören!

Können wir einen Dragon Ball: Fukkatsu no "C"-Kinofilm erwarten, da Cell der nächste Dragon Ball-Widersacher wäre?
Yamamuro: (lacht) Als Animator würde mir das nicht gefallen, weil Cells kompliziertes Design wirklich schwer zu zeichnen ist. Wenn er still steht, ist das egal, aber, wenn er sich bewegt, dauert es wegen all den Punkten auf seinem Körper jedes Mal sehr lange ihn zu zeichnen. Man muss perfekt berechnen, wie er sich bewegen wird, und dann muss man das Ergebnis jedes Mal überprüfen, und neu-überprüfen. Es ist so viel Arbeit!

Wie sieht die Zukunft der Dragon Ball-Kinofilme dann aus?
Hayashida:
Wir warten ab, was passiert, aber es könnte demnächst etwas geben.

Wollen Sie mit den neuen Dragon Ball-Kinofilmen neue Fans hinzugewinnen, oder konzentrieren Sie sich mehr auf den Nostalgie-Faktor der Original-Serie?
Yamamuro: Diese neuen Filme richten sich an beide Zielgruppen. Wir wollen die Original-Fans der ersten Serie und neue Fans durch die Einführung neuer Charaktere gewinnen.

In Fukkatsu no "F" gibt es Dinge, die nie vollständig erklärt werden.
Yamamuro: Zwar nicht zu 100%, aber die meisten Dinge, die noch nicht erklärt wurden, werden später in Dragon Ball Super genauer betrachtet werden.

Wo wir schon beim Thema Dragon Ball Super sind: Was können Sie uns über die Animationsprobleme, die dabei aufgetreten sind, sagen?
Hayashida: Die Kritik, die wir erhalten haben, war viel zu übertrieben. Jemand stellte ein paar schlecht aussehende Videoausschnitte ins Internet, und die Leute konzentrierten sich nur auf diese, wenn sie über eine ganze Serie sprachen. Man kann kein komplettes Produkt kritisieren, indem man sich nur ein paar Ausschnitte ansieht.

Die Animatoren, die für diese Szenen verantwortlich waren, sind Neulinge, die gerade erst angefangen haben auf einem solchen Niveau in der Industrie zu arbeiten, was bedeutet, dass sich ihre Fähigkeiten jetzt erst entwickeln. Sie sind jedenfalls gute Animatoren und ich verstehe einfach nicht, wieso sie derartig schikaniert werden.

Glauben Sie, dass die japanische Industrie mehr Anime produziert, als sie es sich leisten kann?
Hayashida:
Ja, das ist ein echtes Dilemma. Es gibt jetzt gerade sehr viele Neulinge, die in die Industrie einsteigen, und die Produktionszeit ist begrenzt. Darum hat die Anime-Qualität leicht nachgelassen. Zum Beispiel hat man in den Vereinigten Staaten viel mehr Einfluss auf die Fertigungszeit einer animierten Produktion, aber in Japan laufen die Dinge anders.

In Japan wurde die Zeit für die Post-Produktion immer weniger und bis auf ein untragbares Maß reduziert. Der leitende Mitarbeiter hat kaum Zeit, das fertige Produkt zu überprüfen. Es gibt keine Zeit für Nachbesserungen, nachdem die ganze Arbeit des Animationsprozesses getan ist, und so leidet die Qualität.

Gibt es dafür eine Lösung?
Hayashida: Das ist schon seit der Einführung digitaler Technologien bei Anime-Produktionen so. Weil Anime-Studios ihre ganze Zeit in die digitale Produktion investieren, vertrauen sie darauf, dass der leitende Mitarbeiter weniger Zeit für Nachbesserungen braucht.

Es ist bei allen Anime-Studios dasselbe: Die Vor-Produktion benötigt die selbe Zeit wie immer, die Zeit für die Produktion hat deutlich zugenommen, aber die Zeit für die Post-Produktion wurde hingegen deutlich reduziert. Wenn wir nicht das Arbeitssystem verbessern, wird es auch schwer die Qualität zu verbessern.





Quelle: animenewsnetwork.com

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